Ionentauscher für pH-Senkung, Frische und Weinsteinstabilität – ganz ohne Deklaration

Mit dem gezielten Einsatz von Kationenaustauschern senken Sie den pH-Wert in Most und Wein präzise, gewinnen mehr Frische und Trinkigkeit und stabilisieren gleichzeitig gegen Weinstein – schonend, wirtschaftlich und ohne deklarationspflichtige Zusatzstoffe.

Wie es funktioniert:

Kationenaustausch statt Säurezusatz

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Vom Harz zum stabilen, frischen Produkt

Das lebensmitteltaugliche Austauscherharz wird zunächst mit einer Säure „geladen“ und dadurch mit Wasserstoff-Ionen gesättigt. Fließt Most oder Wein durch die Kartusche, tauscht das Harz seine H⁺-Ionen gegen die im Produkt gelösten Kalium- und Calcium-Ionen. Der pH-Wert sinkt, die Kristallisationsneigung von Weinstein nimmt ab.

  • Nur eine Teilmenge des Mostes bzw. Weines (üblicherweise 10–30 %) wird tatsächlich behandelt
  • Die behandelte Teilmenge wird anschließend mit der unbehandelten Partie rückverschnitten
  • Aroma- und Farbprofil der Gesamtpartie bleiben dadurch weitgehend geschützt
  • Regeneration des Harzes erfolgt mit verdünnter Säure – je nach Anlage manuell, halb- oder vollautomatisch

Da nur Kalium und Calcium quantitativ entfernt werden und keine weinfremden Stoffe zugesetzt werden, gilt das Verfahren als önologische Behandlung – nicht als Zusatzstoff. Das ist der entscheidende Unterschied zu Metaweinsäure, CMC oder Kaliumpolyaspartat, die künftig auf der Zutatenliste stehen müssen.

Schematische Abbildung des Funktionsprinzips von Kationentauschern

Einsatzbereiche

Zwei Anwendungen, ein Verfahren

Der Ionentauscher spielt seine Stärken vor allem bei der Säuerung im Moststadium aus – lässt sich aber ebenso gezielt im fertigen Wein zur Weinsteinstabilisierung einsetzen.

Hauptanwendung

Säuerung im Most – mehr Frische, bessere mikrobiologische Sicherheit

Gerade in warmen, reifen Jahrgängen liegt der Most-pH häufig deutlich über 3,4. Der Ionentauscher senkt den pH gezielt ab und sorgt dafür, dass Moste und Jungweine frischer, schlanker und stabiler wirken – ohne den Charakter durch zu hohen Säurezusatz zu verändern.

  • Deutliche Reduktion des Risikos durch unerwünschte Mikroorganismen und wilde Hefen
  • Verbesserte Wirkung von SO₂ durch niedrigeren pH-Wert
  • Frischere, schlankere Weine mit besserer Haltbarkeit
  • Auch als Alternative bzw. Ergänzung zur Säuerung mit Wein-, Äpfel- oder Milchsäure einsetzbar – ohne Deklarationspflicht

Zusatznutzen

Weinsteinstabilisierung im fertigen Wein

 

Im selben Arbeitsschritt reduziert der Ionentauscher Kalium und Calcium – die beiden Ionen, die für Weinstein-Ausfällungen (Kaliumhydrogentartrat und Calciumtartrat) verantwortlich sind. Das Ergebnis: makellose Klarheit in der Flasche, dauerhaft und ohne Kältestabilisierung.

  • Wirkt sowohl gegen Kalium- als auch gegen Calcium-Instabilität
  • Deutlich energiesparender als klassische Kältestabilisierung
  • Keine deklarationspflichtigen Zusatzstoffe wie Metaweinsäure oder CMC nötig
  • Für Rot- und Weißweine gleichermaßen anwendbar

Ihre Vorteile

Warum Ionentauscher die richtige Wahl sein können

Mehr Frische & Trinkigkeit

Durch die gezielte pH-Absenkung wirken die behandelten Weine schlanker, frischer und lebendiger – gerade in warmen Jahrgängen ein spürbarer Qualitätsvorteil.

Deklarationsfrei

Als önologisches Verfahren eingestuft – im Gegensatz zu Metaweinsäure, CMC oder Kaliumpolyaspartat muss die Behandlung nicht in der Zutatenliste stehen.

Bessere Haltbarkeit

Niedrigerer pH-Wert verbessert die SO₂-Wirkung und die mikrobiologische Stabilität – wichtig für Most, Jungwein und die fertige Flasche.

Weinsteinstabil

Zuverlässige Reduktion von Kalium und Calcium verhindert Kristallausfall in der Flasche – ohne die aufwändige und energieintensive Kältestabilisierung.

Nur Teilmengenbehandlung

Da nur 10–30 % der Menge tatsächlich durch den Tauscher laufen, bleiben Aromatik und Charakter der Gesamtpartie weitgehend geschont.

Skalierbar für jeden Betrieb

Von kleinen Kartuschensystemen bis zu vollautomatisierten Großanlagen – die Technologie passt sich Ihrer Betriebsgröße an.

Ionentauscher im Methodenvergleich

Zur Säuerung und Weinsteinstabilisierung stehen mehrere önologische Verfahren zur Verfügung. Die folgende Übersicht zeigt, wo der Ionentauscher seine Stärken hat.

Methode

Wirkung auf Sensorik

Vorteile

Nachteile

Ionentauscher Minimale, gezielte pH-Senkung, neutral im Geschmack Schnell, einfach, stabilisiert und säuert gleichzeitig, nur Teilmenge nötig, deklarationsfrei Regeneration erforderlich (automatisierbar), Umgang mit Chemikalien
Kältestabilisierung Möglicher Aromen- und Mineralienverlust Keine Chemikalien, physikalisches Verfahren, bewährt Hoher Energiebedarf, lange Haltezeit bei ca. −4 °C
Elektrodialyse Neutral, physikalisches Verfahren Energieeffizienter als Kälte, gezielt gegen Kaliumtartrat Hohe Investitionskosten, technisch aufwändig, Strombedarf
Säurezugabe (Wein-, Äpfel-, Milchsäure) Deutlichere, teils spitzere Säurewahrnehmung Einfach anzuwenden, geringe Investitionskosten Deklarationspflichtig, kann Weinsteinausfall verstärken
Metaweinsäure / CMC / Kaliumpolyaspartat Neutral bis leicht bitter möglich Einfach einzurühren, kostengünstig Deklarationspflichtig, teils nicht langzeitstabil, wirkungslos bei Jungweinen (KPA)

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